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Dank Wissenschaft und Bewusstseinsbildung auf dem Weg zur LösungDer traditionelle Gewässerschutz erreicht seine Grenzen. Mikroverunreinigungen zeigen uns, dass unser Abwasserreinigungssystem optimiert werden muss.
Hilfe von Wissenschaftlern© AWEL, Kanton de Zurich
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) evaluiert zurzeit im Rahmen des Projektes "Strategie MicroPoll" verschiedene Massnahmen zur Reduktion der Mikroverunreinigungen, die über die Siedlungsentwässerung in die Gewässer gelangen. 2006 wurde vom Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereiches (Eawag) ein erstes Pilotprojekt in Regensdorf lanciert. Die Wissenschaftler entwickeln ein neues System, mit welchem das Abwasser, zusätzlich zur klassischen Säuberung, mit Ozon behandelt wird und somit auch die Mikroverunreinigungen eliminiert werden. Das Projekt prüft, wie effizient die Methode ist und welches die technischen und operationellen Anforderungen an Kläranlagen sind. Urin schon im WC trennen?Rödiger NoMix-WC, Eawag. © Ruedi Keller, Zürich
Urin ist ein wichtiger Bestandteil des Abwassers. Zwar macht Urin nur 1% des gesamten Abwasservolumens aus, aber er enthält 50-80% aller Nährstoffe, die der menschliche Körper ausscheidet. Es wird untersucht, wie man Urin schon am Anfallort trennen könnte. Die gesonderte Sammlung, Lagerung und Verarbeitung von Urin würde die Kläranlagen beachtlich entlasten. Zusätzlich könnten der Landwirtschaft die Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphate zurückgeführt werden. Es würde damit verhindert, dass solch wertvolle Nährstoffe ins Gewässer, in die Luft und in den Klärschlamm der Kläranlagen gelangen und folglich verloren gehen. Die Webseite des Eawag-Projektes "Novaquatis" enthält weitere Informationen zur Urinseparation http://www.novaquatis.eawag.ch/index. Siehe insbesondere die Ausgabe der Eawag News vom März 2007 "Mix oder NoMix? Urinseparierung unter der Lupe". Die Wissenschaft sucht nach Lösungen, um die bestehenden Strukturen zu optimieren, und entwickelt neue alternative Ansätze für eine nachhaltige Siedlungsentwässerung auf hohem Niveau (siehe die Ausgabe der Eawag News vom September 2003 "Siedlungsentwässerung im Wandel"). Bewusstseinsbildung des KonsumentenDie Entwicklung dieser Techniken ist teuer und bietet lediglich Lösungen "flussabwärts". Wie kann man früher "flussaufwärts" eingreifen? Zum Beispiel müssten wir als Konsumenten Medikamente gemäss ihrer Umweltrisiken auswählen können. In Schweden zum Beispiel existiert ein Verzeichniss der umweltschädigenden Medikamente. |
